WHAT'S WRONG?

Der Titel von Annisokay ist für mich in mehreren Hinsichten inspirierend. Ich mach zum einen ein dekonstruiertes Fastfood was kein Kebap, keine Schawarma und kein Burger ist - es aber durchaus alles sein könnte. Zum anderen von der Textzeile "you're not alone" ist der Teller ebenso ein typisches Familienessen. Die Zusammenstellung funktioniert in beidem, ebenso findet das Gericht zwischen Österreicher und dem Baskenland statt:
 
 
Fleischküchle/Blaukraut/Taleggio-Kartoffel/BBQ-Fond/Steirer Creme/Mohn-Gebäck
 
Mein Fleischküchle mit Rind wird mit Rauchpaprika, Estragonsenf, Majoran und Piment d' Espellete gewürzt. Der BBQ-Fond wird mit Hühnerfond und BBQ-Sauce mit Kren versetzt und leicht gebunden. Die Creme kommt mit Joghurt, Kren und süssem Senf. Das Blaukraut wird ganz klassisch angesetzt und in das eigene Blatt zu einer kleinen Rolle eingeschlagen. Die Kartoffel wird zum Stampf mit Taleggio. Das Topping ist ein Chip aus Filoteig mit etwas Öl und Mohn.
 
We're all seekers... in dem Gericht sind viele Aromen zu entdecken;-)
 

Grill den Profi

Grill den Profi, der Nachfolger von Grill den Henssler jetzt on air. Ich find das super, daß wieder andere Köche zeigen was sie drauf haben. Erst recht wenn es Roland Trettl ist. Das war die beste Sendung in dem Format seit ganz langer Zeit. Endlich ging es mal wieder ums Kochen ohne viel Klamauk. Das hat richtig Spaß gemacht einem Ausnahmekönner zuzuschauen und er sich auch zuschauen lässt. Jetzt mal ohne Fanbrille, da steht einer der welterfahrensten Köche und zelebriert Kochen und Genuß, weltklasse!

Asterix in Italien

Ein neuer Asterix Band in dem die Gallier am Wagenrennen teilnehmen. Klingt aufregend? Ist es auch! Ein sehr gelungenes Album und eine Hommage an Obelix. Bei manchen Szenen lach ich mich scheckig. Zuviel möcht ich gar nicht schreiben, echte Empfehlung und knüpft an die Meisterwerke an.

POSSER

Mein Gericht über Posen, Poser und Interpretation von traditionellen Gerichten. Letzteres mach ich öfters, aber für den Song immer Talo con Txistorra mit Bohnen oder Kichererbsen:
 
 
Talo con Txistorra/Alubias Alavesa/Steirer Creme
 
Dieses Mal alber ich richtig zwischen baskischer und österreichischer Küche rum. Inspirierend für das Talo war ein Marillenpalatschinen. Hier mit Tomatengsälz gefüllt. Die Alava-Bohnen kommen im BBQ-Style. Für die Steirer Creme wird Kren mit Senf und Sahne aufgekocht und mit Portulak für das charakteristische Grün gemixt. Txistorra dazu und fertig!

AFN in da house

Ich bin wohl der einzige der das A Fuego Negro, Good Charlotte und Parkway Drive in irgendeinen Zusammenhang bringt. Damit bin ich übrigens sehr glücklich und ziemlich stolz drauf:-) Zeit mal wieder Pintxos zu kochen.
 
Welcome to the free world! Dieses Pintxo zu CRUSHED ist wie vieles ein Crossover aus meinen kulinarischen Erfahrungen. Ob Baskenland, Wien, Italien oder daheim - immer wieder triffst auf Linsen. Bang, bang, bang... entlehnt von baskischem Linsentopf, Pasta e Lenticcie, Linsengulasch und Lensa mit Spätzle:
 
 
Cremiges von Linsen & Pasta/Balsamico/Chorizo/Zwiebel
 
Mein Linseneintopf kommt mit etwas getrockneter Tomate sowie Portulak und Petersilie. Knusprige Chorizo sorgt für etwas mehr Schärfe. Ein paar Tropfen guter Balsamico mit Zwiebelpulver bildet das Topping auf mein Gericht über die Interpretation von Linsengerichten.
 
Mein neues LIFE CHANGES, mein Dessert über Saison, Kokos und Minze. Saisonal mir in der Küche sehr wichtig und es hält viele meiner Gerichte damit am Leben. Seit Juni hält es sich in verschiedenen Versionen in den kleinen Gläsern auf. Ein Rezept ist schließlich nicht in Stein gemeißelt. Daneben inspirierend sind Veränderungen im Leben und Leute die man nach langem wieder sieht und beeindruckt ist was aus denen geworden ist - oder auch nicht. Danke an Good Charlotte, der Song auf dem Konzert hat mich beeindruckt und nicht nur in der Küche beeinflusst.
 
 
Kokos/Minze/Nektarine/Zitrone/Nüsse
 
Ein Kompott aus Karamell, Nektarine, Schnaps und Zitrone bildet den Sockel. Darauf kommt ein Eis aus Sahne, Kokossirup und -milch sowie Pistazienöl, Pistazien, gebrannte Mandel und Erdnüssen. Ein Espuma aus Minzmilch, Kokosmilch und etwas Sahne für die schaumige und cremige Komponente. Abgeschlossen wird wie üblich mit Kokoschips und Minze.

JAWS ON THE FLOOR

Sonntag morgen Zürich... ausgiebig Pancakes frühstücken und danach rätseln ob noch eine Schawarma reinpasst. Ein Spaziergang am Wasser macht glücklicherweise hungrig. Und bei dem Gericht fiel mir echt die Kinnlade runter. Unscheinbarer Laden und ich frag noch was der rote Haufen da ist. Es war das Lamm, das gereicht wurde. Selten ein Gericht gehabt bei dem ich den Geschmack noch Stunden später so angenehm präsent hatte. War das gut...
 
 
Schawarma/Merguez/Salsa
 
Also heimkommen und erstmal sich mit dem Fladenbrot beschäftigen. Ein Hefeteig dünn ausgerollt und ohne Fett in einer beschichteten Pfanne gebacken. War zwar nicht ganz so dünn, aber für den Erstversuch...
 
Merguez war noch im Kühlschrank und ich habs gemacht wie die Topa Sukalerdia, eben halbiert gebraten. Eine Salsa aus getrockneter Tomate, Essiggurke, Erdnüssen, süssem Senf, Zitronensaft und Olivenöl mit ordentlich Pfeffer komplettiert mein erstes "jaws on the floor"... bin mir sicher es gibt weitere Versionen!

friendship businnes in Zürich

Zürich calling mit Ralf & Matze. Das kann nur ein gutes Wochenende mit zwei meiner besten und ältesten Freunde werden. Also ab nach Rottweil und sich in den Zug nach Zürich schmeissen.
 
 
Eine bei dem Wetter sehr schöne Anfahrt über singen und Schaffhausen. Pünktlich zum Mittagessen sind die beiden am Bahnhof und auf gehts zum Burgermeister. Es nennen sich bestimmt viele so - der zurecht. Ein sehr guter Einstig ins Wochenende.
 
 
Perfektes Brioche, Patty, a la minute, geile Sauce und ein Quöllfrisch dazu. Danach in der Stadt flanieren und so ist der Zürisee halt wirklich sehr schön. Ralf zeigt uns seinen Lieblings-Spirituosen-Laden und wenn das in der Schweiz alles nicht so teuer wäre, hätte ich wohl einen Anfall von Kaufrausch erfahren.
 
 
Als Aperitif gibts bei Ralf einen sehr trinkenswerten Gin Tonic sowie ein, zwei Bier.
 
 
Aperitif für das was folgen soll, wir gehen abermals in den Gertrudhof. Das ist DIE Bastion für Cordon Bleu. Ohne Witz, da kriegst Träume davon. Uriges Ambiente und eine sehr tolle Auswahl das wir schon etwas überlegen müssen.
 
 
Die getroffene Wahl in meinem Fall mit Späck, Greyerzer und Zwiebel mit Spätzli war ein Volltreffer. Unglaublich gut, krieg ich nicht so hin. Ein vollbesetztes Restaurant spricht ebenfalls für sich. Ich mein das ist das Maß der Dinge bei Cordon Bleu. Besser gehts nicht.
 
Danach gehts in die Kneipen, u.a. in die "Stuba" in der wir an der Bar einen Meister seines Fachs sehen. Schon lang keinen so guten Barkeeper mehr gesehen. Als "Shot" serviert er uns eine Passionsfruchthälfte, legt ein Stück Zucker rein, Alkohol drüber, anzünden. Geil! Ein sehr schöner Abend in den Zürcher Kneipen der sehr kurzweilig ist.
 
Am nächsten Morgen macht unser Gastgeber formidable Pancakes, sehr schönes Frühstück. Und das sag ich als derjenige der sich morgens eher salziges reinpfeift. Abermals gutes Wetter das zu einem Spaziergang einlädt. Das Wochenende beschließen wir mit einer Schawarma (leider ohne Bild). Das Gericht kannte ich gar nicht, wirklich eine weitere Offenbarung. Da kann jeder Döner einpacken. An anderer Stelle mein Senf dazu...
 
Ihr lest, wir hatten echt eine gute Zeit mit tollem Essen und Getränken. Meine lieben Freunde, vielen Dank für ein tolles Wochenende mit euch! Es war garantiert kein R(h)einfall;-)
 
 

Friday Cooking

Da hat der unchristliche Jürgen heut mal unbewusst sehr christlich am Freitag gekocht - ohne Fleisch!
 
 
LA LLAVE O LA VIDA
Kässpätzle/Emmer/Bier/Zwiebel/Erdnuss
 
Im "Schlüssel des Lebens" geht es um Spätzle allgemein und Kässpätzle im besonderen. Vor allem wenn ich damit etwas experimentiere. Erst kommt Emmermehl in den Spätzleteig und Weißbier. Meine Mischung aus Bergkäse und Manchego bleibt. Um das nussige Aroma zu heben kommen Erdnüsse in die Schmelze. Getoppt von Zwiebelgsälz.
 
 
EUPHORIA
Saibling/Piperrada/Portulak/Anchovis/Meerrettich
 
Ein ganz neues dish im flow von "Kill Your Demons" zu "Euphoria". Der Titel ist selbst erklärend und die Zeile "gimme the kicks" inspirierend. Freitag ist Markt hier in Tailfingen und ich bin immer auf der Suche nach den Kicks und was als nächstes auf dem Teller landet. In dem Fall ist es eine Vorspeise geworden, die Euphorie entfachen soll. Das abgedrehte Solo... man wundert sich nicht über die Zusammenstellung...
 
Saibling kommt als Tatar, abgeschmeckt mit Walnuß- und Zitronenöl sowie Meerrettich und Zitrone, und gebraten auf den Teller. Zweierlei von Piperrada - klassisch und als gebrannter Chip - sorgen für baskische Noten. Eine grüne Sauce aus Portulak, Anchovis, Knoblauch sowie Sahne und Milch und Meerrettich vollenden den Teller.
 
 
Ein Teller im Stil von Joan Roca... die  Rocas sind einfach die Paten wenn es um solche Teller geht.
 

IN ANY CASE MAYBE

Wenn vegan, dann richtig! Zu dem Titel mach ich einen Klassiker aus der ägyptischen Streetfood Küche in meinem casual fine dining Gewand. Der ganze Text und vor allem die line "everything's outta control" inspiriert mich dazu das Gericht neu zu interpretieren. Als ich das gelesen hab... das ist die hardcore Version von Linsen mit Spätzle, besteht es eigentlich aus Nudeln, Kichererbsen, Linsen, Zwiebeln und Tomate. Soll ja satt machen und das tut es mit Sicherheit.
 
 
"Kushari" von Red-Curry-Paella/Hummus-Dim-Sum/Linsen-Vinaigrette
 
Die Idee dahiner war das ursprüngliche Gericht leichter verdaulich und um einige Kalorienn leichter zu machen. Also reduzier ich den Kohlenhydrat-Anteil etwas. Das eigentlich witzige ist die Füllung. Kichererbsen mit in Sesamöl angezogenen Zwiebeln und Selleriekraut und etwas Paprikapulver im veganen Nudelteig. Eine Paella aus schwarzem Reis, Red Curry, Sofrito und Tomatenfond bildet den Sockel. Die Vinaigrette kommt mit Frühlauch, getrockneter Tomate, Balsamico sowie Zitronen- und Olivenöl, abgeschmeckt mit grünem Pfeffer.
 
 

MISS MAGNETIC

MISS MAGNETIC... eine neue Bulls-Scheibe ist da! Für mich ist der Titel des Songs plakativ für Gerichte die Frauen gewidmet wurden. Gerichte mit Geschichte! Spontan fällt mir da die "Gilda" ein. Ein Pintxo zu Ehren des Melodrams Hilda mit Rita Hayworth. Die Schauspielerin galt als Ikone und das Spießchen mit Anchovis, Olive und Piparra sei ein wenig grün, ein wenig salzig und ein wenig scharf. Ich verpack das in Dim Sum, was übersetzt "kleine Dinge, die das Herz berühren" heißt. Für noch mehr basque-asia sorgt ein geschmorter Schweinebauch und ein Senfjoghurt.
 

Gilda Dim Sum/Schweinebauch/Senfjoghurt/Purple Curry

Der Schweinebauch wird mit einem Saucenansatz und Sojasauce geschmort bis er beinahe zerfällt. Den Abschluß bilden Frühlingszwiebeln und frische Kräuter. Anchovis, Oliven und grüne Chilie werden gekuttert und zur Füllung für die Dim Sum, die kurz gedämpft werden. Der Senfjoghurt als ausgleichendes Element sowie schwarzer Sesam vollenden das Gericht über anziehende Frauen.
 
 
Von dem Spießchen mit Tradition...
 
 
... zu dem Teller, DAS ist hardcore cuisine:
 
 
 
 

soulfood brothers @ rebellious spirit

Darauf haben wir schon seit dem Video-Dreh gewartet und bei dem Datum spitze Ohren gekriegt. Nach dem Spaß wollten wir Rebellious Spirit nicht vor unserer Kulinarik verschonen. Schön dass es die Jungs auch angenommen haben. Jannik und Jens kommen erstmal zur Vorbesprechung. Das eigentliche Event ist in ein paar Minuten abgehandelt und wir habens bei vier Gängen recht lustig. Fotos von der Küche im WOM erhalte ich auch, es kann eigentlich nichts schiefgehen.
 
Wir entscheiden uns den Pizzaofen dort zu nutzen und so entsteht die Karte die doch etwas von der Topa Sukalderia angehaucht ist. Glücklicherweise hab ich den Tag vorher frei, kümmer mich um den Einkauf und mise en place. Auf dem Markt hol ich Zeugs und vergesse dabei nicht zu erwähnen dass das Vorhaben am nächsten Tag auch ja der shit wird. Danach auf in den Supermarkt und eine Kiste mit Lebensmitteln vollpacken. Weiter zum Metzger und danke an Robert Eppler für die Spareribs an der Stelle. Wieder daheim mach ich eine Marinade und kochen mit Geist ist eh meine Stärke:
 
 
Zwiebel, Knoblauch, Rotwein-Essig, Himbeergeist (!), Albschorle (!!), Bratenfond, BBQ-Sauce und Tomatenfond sowie Asadogewürz bilden ein Element für unsere Ripple. Da ich gerade so schön dabei bin koch ich noch Senfkörner in Bier für unseren Senfjoghurt mit dreierlei Senf, den Körnern, Petersilie und Senfpulver. Zwischendurch gleicht meine Küche einer Dampfsauna. Komponente zwei unseres Hauptgerichts ist also ebenfalls fertig. Kann man zur Teambesprechung in die Krone, denn Nici und Oli unterstützen uns dieses Mal. Zum Glück, denn unser Dani hat leider keine Zeit und Flo ist krank. Und an der Stelle - toll, daß wir solche Unterstützung haben. Was die beiden mit Frank und mir veranstalten ist ganz großes Kino und es macht den ganzen Tag richtig viel Spaß. Vielen lieben Dank euch beiden!
 
 
 
 
 
 
Als vegetarische Alternative - und das kann ich kaum glauben so absurd ist das - gibt es Shakshuka. Unsere Hommage an Kitchen Impossible und Hans Neuner. Spicy wird's! Von wegen Kitchen Impossible, die Ripple machen wir in bester Rib Man Manier.  Txips von Kartoffel und Chorizo stellen unser Chipswurfgate und die Beilage zu den Ripple dar. Unser Klassiker Spätzle-Wurst-Salat darf nicht fehlen in dem dieses Mal Weißwurst landet. Unser zweiter Salat besteht aus Gurke, Avocado, Limette und Kernöl, passend zu unserem Fleischgang. Focaccia wird auch noch im Ofen landen. Übrigens  ist es sehr schön dass uns die Band oft in der Küche besucht. Susi zwischendurch auch. Eine sehr familiäre Angelegenheit.
 
 
Der Ofen... also der am Herd geht schonmal nicht. Dann zweckentfremden wir halt den Pizzaofen und schieben die Spareribs halt dort rein. Lustigerweise zeigt der Ofen etwas unterschiedliche Temperaturen an und komischerweise werden die Dinger doch etwas. So ähnlich verhält es sich mit meiner Focaccia auch. Trotzdem läuft der Tag sehr entspannt ab und wir stehen punkt Sechs bereit für den Service  dar. Frank am Herd, Oli und ich an der Anrichte, Nici im Service. Der Abend läuft so entspannt wie der Tag. Die Ressonanz ist so unglaublich gut. Wir scheinen sehr viel richtig gemacht zu haben. Freut uns immens!!!
 
Danach kurz zusammenräumen, putzen und auf ins Konzertvergnügen. Sehr viel bekannte und strahlende Gesichter sind da. Das wird ein schöner Konzertabend. Rebellious Spirit zum ersten Mal mit neuem Album in einer "normalen" Show. Normal ist es trotzdem nicht in der Heimat. Das Set macht sehr viel Spaß mit dem ganzen Album darin enthalten. Bei der letzten Zugabe wir noch an Konfettikanonen und  das geht auch noch gut.
 
 
Bei guten Unterhaltungen geht ein toller Tag zu Ende - mil esker ist baskisch und heisst vielen Dank... an alle Beteiligten!

BITE MY TONGUE

Ein Pintxo inspiriert von You Me At Six. Bei dem Titel bleibt einem nichts anderes übrig als irgendwas mit Zunge zu machen.
 
 
Rinderzunge/Schwarzkirsch-Balsam/Txiken/Kartoffel-Focaccia
 
Aus roter Zwiebel, Rinderzunge, Schwarzkirschbalsam und etwas Fond wird eine Sauce. Ein baskisches Huhn und ein Crouton von Kartoffel-Focaccia bildet die "Einlage zum Beissen".

klassiks never die

Mal wieder ein Artikel unter der Rubrik "Klassiker". Essen ohne grossen Firlefanz und trotzdem saugut. Samstag war ich mitm Geschäft in Hörbranz. Genau, da ist die Brennnerei Prinz und ich kann die Wanderung vom Obst zum Schnaps nur empfehlen. Für mich als Kulinariker war das richtig gut. Abgesehen davon fand ich die Menschen dort sehr reizend. Und mich holt man gleich mit sowas hier ab:
 
 
Knödel mit Speck, Käse und Spinat, Nussbutter, Kartoffel- und Gurkensalat
 
Ein formidables Mittagessen und so musst erstmal Knödel hinkriegen. Die hatten echt den Dreh raus, hab ich vielleicht einmal so hingekriegt. Vielleicht sollte ich mich mal wieder daran versuchen. Erstmal gabs daheim aber italienische Klassiker.
 
 
Pizza, Piperrada-Sauce, Chorizo, tre formaggi, Tomate, Erbse
 
 
Carbonara, Chili, Tomate, Erbse, Parmesan
 
 

KILL YOUR DEMONS

it's the sick we obey... temptation sweet as sin

Die Lines die die Jungs vorab zur heutigen Premerie gepostet haben und natürlich der Titel inspirieren mich zu diesem Gang zu KILL YOUR DEMONS. Vor allem der Titel - ist für mich die Kulinarik manchmal so etwas ähnliches. Spätestens seit dem Trip zu Massimo Bottura ist jede kulinarische Reise ein kleines Reset. Die Idee bei dem Gericht ist wieder etwas herkömmliches mit geschmacklicher Grenzgängerei zu verpacken. In dem Fall italienische Klassiker wie Fregola Sarda, Parmesan und Balsamico. Bei "temptation sweet as sin" kann man auch mal ranklotzen, sinnlich sein und ein Kalbsfilet servieren. Italienisch, baskisch und bayrisch... und wieso das Gericht nicht mal als Killer bezeichnen wie David Munoz?! Viel Grün als Anspielung auf den Clown im Video und so schaut das dann aus:
 

Basque Veal/hot Fregola Sarda Verde/Pinienkern-Vinaigrette/Parmesan/Senf

Selten verwendet, trotzdem gut - Kalbsfilet, ähnlich zubereitet wie das basque txiken mit Piment d' Espellete. Die Fregola Sarda kommt mit Erbsen, grüner Chili, grünen Oliven, Parmesan, grünem Pfeffer und Petersilie. Die Vinaigrette besteht aus Balsamico, Lein- und Kürbiskernöl sowie Pinienkernen und einer kleinen Tomatenvielfalt. Senfjoghurt in Tupfen, Pimiento-Powder und knuspriger Parmesan vollenden den Teller. Zarte Aromen, ein wenig Anana Salz gepaart mit Power und Schärfe!
 
 

IRON WILL & GOLDEN HEART

Das erste songdish am Grill in der herbstlichen Version am Herd. Iron Will & Golden Heart von Tenside hab ich auf dem Teller nach drinnen und trotzdem mit ordentlich Grillaromen transportiert und viel Italien schwingt im Geschmack auch mit. Bottura wäre mit Sicherheit stolz auf mich. Und immer wenn ich denke keine Punkte mehr zu machen passiert es erst recht...
 
 
Schweinefilet/Mangold/Bier-Polenta/Balsamico/BBQ
 
 
Der eigentliche Star des Gerichts ist für mich die Polenta. Vielseitig einsetzbar und hier mit Milch und Weißbier aufgekocht und mit Bierkäse versehen. Dann pressen, ausstechen und vorm anrichten mit einem Spritzer Olivenöl im Ofen erwärmen. Für das "iron" gibt es Mangold. Das Filet kommt mit einer Gewürzmischung aus Meersalz und rotem Pfeffer dazu, hab ich beim Grillen und speziell hier auch verwendet.
 
Der Mangold - möglichst mit bunten Stielen - wird mit Knoblauch angezogen und mit etwas Butter, Balsamico und den fein gehackten Blättern sautiert. Für noch mehr BBQ sorgt ein Joghurt mit BBQ-Sauce, Balsamico und bestem Olivenöl.
 
 

CIKATRIZ

Weiter im Text zum Thema Wildschwein. Die Wade hab ich mir mal eingfroren und auf heut aufgehoben. Schon alleine aus Solidarität weil Frank und Dani heute in der Speisemeisterei kochen dürfen und wohl in diesen Minuten ebenfalls Tagliatelle Ragu auftischen. Ich glaub dass der Tag bei den beiden auch Spuren hinterlassen wird, in positivem Sinn!
 
 
Tagliatelle Ragu/Jabali/Baharat/Majoran
 
Für mein Ragu lass ich die Wade grob durch den Wolf, koch es mit dem Fond auf und finalisier es mit Majoran und gelben Tomaten sowie etwas Rotweinessig. Für die Brösel gibt es Baharat und nochmal Majoran. Parmesan und etwas Olivenöl als Topping und fertig ist mein Gericht über Narben und Spuren!
 
 
Auch als Pintxo mach die Pasta ne gute Figur:
 
 
 
 
 
 

Basque Stories, pt. VII, semana grande

Samstag, Beginn der großen Festwoche in Donosti. Die Geschäftigkeit ist höher als üblich, man merkt den Menschen die Vorfreude an. Ich feu mich auch den ganzen Tag am Strand auf die Eröffnung des Events. Das beginnt immer mit einem Kanonenschlag:
 
 
Danach gibt es kein Halten mehr, eine Stadt im Ausnahmezustand. Ich geh mich kurz richten und stürz mich danach ins Nachtleben mit dem ersten Feuerwerk und dem Konzert an der Flamenka. Anschließend Feiern mit tollen Menschen in der Altstadt. Das hier was los wäre, wäre eine glatte Untertreibung. Das ist jedesmal ein Samstag an dem andere "Kneipentouren" einpacken können.
 
Ihr könnt euch denken, dass ich Sonntag den Strand eher zum Schlafen als zum Planschen nutze. Was für eine Nacht. Das geht wohl nicht nur mir so denn Sonntag ist es ziemlich ruhig. Im Txuleta lass ich mir von Beni Huevos Aginaga erklären und servieren.
 
 
Pommes, Ei und Angulas. So einfach und doch so gut! Überhaupt geht es im Txuleta einfacher zu, aber ich kann das wirklich nur empfehlen. Danach unterhalt ich mich noch im AFN mit Eli. Ist neu als Bedienung dort und hat ihren freien Abend. Wie auch Joseba, die ganze Zeit über ein unterhaltsamer und sehr toller Mensch. Ich weiß schon warum ich jeden Abend reinschaue.
 
Am Montag morgen mach ich mit Lander Fortgehen am Abend aus und entere anschließend den Igeldo. Eine tolle Aussicht und der Anblick ringsrum bedeutet für mich Freiheit und Schönheit.
 
 
Danach ab an den Zurriola garniert mit ausgiebigem Schwimmen. Zwischendurch schau ich den Piraten zu. Das ist immer wieder ein Spass.
 
 
Gegen Abend zieht ein Wind auf, sowas hab ich noch nicht erlebt. Jetzt weiß ich warum der Bademeister das Einpacken der Sonnenschirme empfohlen hat. Die wären sonst tief geflogen. Das unverhoffte Zeitfenster nutze ich mit noch mehr essen. Für den Abend brauch ich wohl Grundlage.
 
Ist auch so. Lander ist mit mehreren Kumpels da. Wir gehen auf eine Aussichtsplattform des Urgull und von dort das Feuerwerk und Donosti bei Nacht zu sehen ist wunderschön. Anschließend gehts zum Kiosk Bier holen und aufs Konzert. Die Band scheint sich angesichts der anwesenden Massen großer Beliebtheit zu erfreuen. Am Piratentag gehts wohl ab, unglaublich. Danach läuft Rockmusik und ich treffe Leute wieder die ich vom Kaotiko-Konzert kenne. Um vier geht es noch in die Kneipen und an den Würstlstand. Um fünf heim und ich überleg mir ob da eigentlich keiner am nächsten Tag arbeiten muss.
 
Nein, es ist nämlich Feiertag. Mein letzter Tag in San Sebastian und das Wetter ist so wie am ersten Tag. Das Frühstück heute besteht aus Talo con Txistorra und einem letzten Goxua im Oiartzun. Ja, etwas sentimental ist er heute... ein Tränchen verdrück ich bestimmt.
 
Als ich mal kurz ein Eis holen gehe... da kommt eine Zunft vorbei und ich denk mir woher der Sound kommt. Die spielen tatsächlich auf Bierflaschen, Plastikeimern und Colaflaschen und singen. Dafür mag ich die Leute hier - aus wenig viel machen und ne gute Zeit haben. Eine Straße weiter spielen Rockbands und schieben ihre Verstärker einfach auf Bollerwägen durch die Gegend.
 
Ein letztes Mal Pintxos, Feuerwerk und danach Agur meinen Lieben im AFN sagen. Drei Typen aus Mutriku sind auch da, extrem lustig, mit denen hätte ich mir gern die Nacht um die Ohren gehauen. Das ist nochmal so ein besonderer Moment nachm Feuerwerk bis zum Shutdown vom AFN an dem Tag. Beni ist auch da, alle quasi versammelt und ich darf bis nach Feierabend bei Patxaran und Bier bleiben. Der Chefkoch zeigt mir noch die Küche und wir verabreden dass ich da das nächste Mal tätig bin.
 
 
Es ist ein ganz toller Abschluss unter eine tolle Zeit. Ihr lieben Menschen im AFN fühlt euch alle gedrückt!!! Es ist mir eine Ehre, daß ihr mich als Freund willkommen heisst, ihr seid stets ein ganz besonderer Teil einer für mich sehr speziellen Zeit! Mil esker!!!
 
An einem regnerischen Morgen gehts heim. Auf dem Heimflug denk ich mir dass es einfach um die großen und kleinen Augenblicke geht die mir so viele schöne Erlebnisse bescheren. Agur Donosti, hast luego!

Basque Stories, pt. VI

Donnnerstag morgen, nach Regenvariationen ist es pünktlich zum Mittagessen trocken genug für einen Ausflug nach Pasaia. Ich fahr da einfach immer wieder gerne hin.
 
 
Die Bootsfahrt kostet 10 Cent mehr, aber beim Transport immer schwerer werdenen Touristen gerechtfertigt. Speziell bei der Rückfahrt. Also auf ins Casa Camara, da wird gut gekocht.
 
 
Auf die Fischsuppe wartend und viel mehr hätte nicht mehr reingepasst. Ich hätte jedoch mehr davon essen können.
 
 
 
Kokotxas pil-pil
 
 
Leche frita
 
Das sind keine Optik-Kracher, aber es ist super traditionelle Küche auf höchstem Niveau. Danach gehen Jürgens Coast-Tours weiter nach Getaria, war ich immerhin auch noch nie.
 
 
Trotz Wetter ein sehr schöner Ausflugsnachmittag rund um San Sebastian in dem ich gern wieder zum Abendessen ankomme. Donnerstag abend, Pintxos und den ursprünglichen Plan Bataplan verwerf ich, weil es Freitag wieder schön sein soll. Ist es zum Glück auch, erstmal spazieren an der Kontxa:
 
 
Nahtloser Übergang zum Zurriola und ab ins Meer. Das Planschen liebe ich einfach sowie das Strandleben. Es ist der Freitag vor der Semana Grande. Man merkt dass großes bevorsteht. Groß übrigens auch die Ravioli im La Cuchara:
 
 
Endlich wieder ein Sonnenuntergang und der Vergnügungspark am Paseo Nuevo hat auch wieder auf.
 
 
Im AFN ist wenig los, Iratxe meint dass sich die Leut es wohl für Samstag sparen. Ich mein nicht, dass die Altstadt jetzt menschenleer wäre. Aber am Freitag im AFN direkt an der Bar einen Platz zu kriegen ist selten. Dagegen wehre ich mich nicht. Auch nicht gegen ein paar Estrella Galicia.
 
 

Basque Stories, pt. V, Kokotxa

Vor dem Besuch im Kokotxa ein Bier und ein neues Pintxo im AFN:
 
 
Das Ventresca ist sehr gelungen, ein toller Einstieg in den Abend.
 
Hab ich ein Glück, daß es mit einer Reservierung kurzfristig geklappt hat. Im Restaurante Kokotxa hatte ich schonmal ein hervorragendes Menü. Dani Lopez kann einfach richtig gut kochen. Also nehm ich gern dort Platz und entscheide mich wieder für das mercado menu:
 
 
Wassermelonen-Gazpacho, ein sehr schöner Einstieg
 
 
Squid, Pork & Miso, ein toller Gang
 
 
Kimchi-Crunchy-Crab
 
 
Hake, Crab-Rigatoni, Saffron und Sea Broth, was für ein toller Fisch-Teller, mitunter einer der besten Gänge die ich jemals hatte
 
 
Ox-Filet, crunchy ashes and red pepper juice
 
 
Und noch ein Dessert mit Aprikose, baskischen Früchten, Schokolade und Whiskey, toller Abschluss vor dem Kaffee und Petit Fours.
 
Was für ein Menü aus einem Guss, ein unfassbar guter Abend! Danach ist mir jegliche Feierei herzlich egal, denn das ist Fiesta pur was da stattfindet! Vielen Dank für eine Küche auf höchstem Niveau.
 

Basque Stories, pt. IV

Nach dem Mugaritz ist vor der nächsten Pintxo-Tour. Nach einer kleinen Siesta wieder auf in die Altstadt. Im Sirimi gibt es dieses genial Lamm-Gericht:
 
 
Den Laden frequentier ich neben meinen üblichen Verdächtigen immer wieder gerne. Ein toller Sonntag mit sehr gutem Essen. Gut, eigentlich ist hier jeder Tag mit gutem Essen gesegnet.
 
Am Montag morgen braucht das Wetter noch etwas Anlauf, also geht Super-Jürgen in den Supermarkt. Ich bin einfach gern dort. Allein schon der Geruch der Markthalle ist einzigartig. Die Sonne lässt sich blicken, also auf ins Meer. Ein sehr schöner Montag ists, der etwas länger geht. Was wäre ein Urlaub ohne einen Besuch im "friends"? Vermutlich um einiges gesünder. Allein mit dem Gedanken zu spielen sollte heißen "geh heim, ist eh alles zu spät". Erst recht wenn man 12 Euro Eintritt und 9 Euro für einen semigeilen Gin-Tonic hinblättert. Andererseits ist es dennoch lustig und am nächsten Tag regnets eh...
 
Dienstag also wie gesagt eher feucht vom Wetter her, daher Zeit für Topa Sukalderia, immer wieder Dienstags. An dem Tag scheint auch ein ausgiebiger Besuch der Sariketa Bar angesagt zu sein. Der Tanzaufforderung entgegne ich ein "do I look like a dance-bear?". Die Dame gibt mir trotzdem einen Crash-Kurs im Salsa tanzen. Mach ich gar nicht mal so schlecht. Reisen bildet eben.
 
Weil das so ist mach ich am Mittwoch weiter mit der Bildung und besuch die Altstadt von Hernani. Das allerdings erst nachdem die Demonstration gegen Tourismus direkt vor der Tür aufgelöst wurde. Und ich wunder mich warum hier so viele Polizisten sind...
 
 
Also auf nach Hernani, das kann man durchaus mal anschauen. Die große Kulinarik findet zwar nicht steht, dennoch eine hübsche Altstadt und einer der kleinen Orte in denen die Zeit wohl etwas stehen geblieben ist.

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